Standiger_Gesprachskreis_20250218 herunterladen
Ständiger Gesprächskreis Moorburg
Protokoll der Sitzung vom 18.02.2025
Kraftwerk Moorburg (Energie Hub Moorburg GmbH) um 19 Uhr
TOP 1 Schweigeminute
Der ehemalige Teilnehmer des Ständigen Gesprächskreises als Vertreter der Schule ist verstorben.
TOP 2 Kraftwerk Moorburg
Der Rückbau schreitet planmäßig voran. Die Sprengung der Kesselhäuser wird für Ende
März 2025 angestrebt. Die Genehmigung liege allerdings noch nicht vor. Wegen möglicher Schäden an der Kirche und dem naheliegen Gemeindehaus sei man mit dem Pastor in Kontakt. Der Abriss der Kohlekreislager soll im Frühjahr erfolgen. Der Rückbau soll Ende 2027 abgeschlossen sein.
Ab Juni/Juli 2025 erfolgt der erste Neubau. Die Inbetriebnahme des Elektrolyseurs ist für Ende 2026 geplant.
TOP 3 Genehmigung des Protokolls
Es lagen zwei Änderungsanträge vor.
Der erste betraf die Danksagung über die Information zur Sprengung, deren beantragte ergänzende Angaben so nicht in der Sitzung getätigt wurden. Der Antrag wurde abgelehnt. Der zweite Antrag betraf die Ergänzung über die Aufstellung der Dialog-Displays (Geschwindigkeitshinweis für Autofahrer), die aufgenommen wurde.
Top 4 HPA
Die Entscheidung über das neue Naturschutzgebiet Vollhöfner Weiden wurde heute vom Senat getroffen. Als Kompensation für das Hafengebiet sollen das Altenwerder Kirchtal und die Bullerrinne in die Hafennutzung überführt werden. Hierfür ist die Änderung der Hafenplanungsverordnung Altenwerder erforderlich. Die Fläche soll der GVZ-Erweiterung dienen (GVZ=Güterverteilzentrum). Die Vorhaben seien noch nicht konkret. Ebenso sind bis zu 3 neue Windräder geplant.
Den Hinweis aus der Ortsvertreterschaft, dass Windräder keine nach dem HafenEG entsprechende Hafennutzung seien, erwiderte der Vertreter der HPA, dass die Energieerzeugung im Rahmen der Versorgung der hochindustriellen Hafennutzung statthaft sei. Kritisch wurde ergänzend angemerkt, dass das Argument der Energieerzeugung wenig überzeugend sei vor dem Hintergrund, dass die wohl europaweit mit als größten Hallendachflächen nicht mit Photovoltaik ausgestattet seien. Die Hafenwirtschaft und die Politik in Hamburg würden hier ihrer gebotenen gesellschaftlichen Verantwortung zur Förderung regenerativer Energie nicht gerecht werden. Der Vertreter der HPA reagiert hierauf mit dem Hinweis, dass neue Klimaschutzregelungen verpflichtende Regelungen zur Photovoltaik auf Hallendächern vorsähen.
Die Frage nach dem Bedarf der neuen Hafenflächen vor dem Hintergrund der von einem Ortsvertreter erklärten nicht hafenkonformen Nutzung bestehender Hallen, wurde von dem HPA-Vertreter mit der hohen Nachfrage beantwortet. Als Einwand wurde hier vom Ortsvertreter eine weitere Großplakatierung für zu vermietende Hallenflächen mit Fotonachweis angeführt. Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass einer der größten stationären Einzelhändler Deutschlands, dessen Sortiment in sehr geringem Maß mit Artikeln aus Übersee bestückt sei, umfangreichen Verteilerverkehr über den Hafen vornimmt. Erneut wurde auch die Nutzung von Hafenhallen durch die Flugzeugfirmen Airbus und Diehl als Zulieferer kritisiert. Zum Hinweis der HPA aus einer vorigen Sitzung, dass Airbus ein Hafenunternehmen sei, wurde von einem Ortsvertreter von einer Prüfung berichtet, der zufolge die weltweiten Standorte von Airbus und Boing fast ausschließlich abseits von Seehäfen betrieben würden. Eine Anbindung eines Flugzeugbauers zu Seehäfen sei offensichtlich nicht notwendig. Der HPA-Vertreter berichte im Falle von der Airbus-Nutzung, dass eine Prüfung der geplanten Nutzung erfolgt sei und die Vereinbarkeit mit einer Hafennutzung gegeben sei.
Auf die Frage zur A 26 Ost wurde geantwortet, dass keine neue Information vorläge.
Die Frage nach der im Hafenentwicklungsplan avisierten Studie über Entwicklungsoptionen Moorburgs und Hohenwischs wurde beantwortet mit dem Hinweis, dass noch kein Auftragnehmer für die Studie gefunden wurde. Von Ortsvertreterseite wurde der Wunsch nach Einbindung der örtlichen Bevölkerung geäußert.
Die Vermüllung des Straßenbegleitgrüns im Hafengebiet mit kleinteiligem Müll wurde angesprochen. Hier bestehe das Problem, dass vor den Mäharbeiten im Frühjahr dieser nicht abgesammelt wird und somit in Folge als Mikromüll in der Natur verbleibt. Zur Frage der Verantwortung der HPA wurde auf die Stadtreinigung als für die Reinigung der öffentlichen Wege und Straßen zuständige Dienststelle verwiesen.
Top 5 LIG
Der LIG hat eine Sondergenehmigung über die Verschiebung der Deichmahd auf Ende März bei der Bukea beantragt. Dieses wurde abgelehnt. Ebenso hat der Moderator mit der Bukea über dieses Thema gesprochen. Eine generelle Verlegung der Mahd in den Mai oder Juni wurde abgelehnt. Ebenso wurde ein Umfahren der Narzissen bei der Mahd durch den Dienstleister als nicht machbar angesehen. Ein Ortsvertreter hat auf das Mähen der Ränder zur Wahrung der Verkehrssicherheit hingewiesen auch außerhalb der Schutzzeiten. Ein weiterer Ortsvertreter berichtet über den Austausch zur Nutzung von städtischen Ersatzflächen für Bodenbrüter, um ein ganzjähriges Mähen des Deiches zu gewährleisten. Das Vorhaben der Nutzung von Ersatzflächen für Bodenbrüter wurde abgelehnt. Ein Vertreter einer politischen Partei hat auf die regionale Bedeutung des Deiches als historisches Kulturdenkmal hingewiesen. Zur Beurteilung des Deichbewuchses unter Würdigung der Gesamtfauna wurde ebenfalls noch auf die Vielschichtigkeit des Pflanzenbewuchses in Moorburg hingewiesen. Im Gegensatz zu den Ortschaften Francop und Neuenfelde würde die Wertung als Monokultur weit weniger gelten.
Zur Gewerbefläche bei den Moorkathen wurde das Altautodepot angesprochen. Hier würden Möglichkeiten der Entfernung vom LIG ausgelotet. Der Pächter wurde aufgefordert, das Ablassen von gefährlichen Flüssigkeiten aus den Fahrzeugen vorzunehmen.
TOP 6 SAGA
Der Moderator hat diesen Tagesordnungspunkt mit dem grundsätzlichen Wunsch nach Vitalisierung leerstehender Objekte eingeleitet. Die Vertreterin der SAGA reagierte hierauf mit dem Hinweis, dass zum einen die Wirtschaftlichkeit bei den betroffenen Objekten nicht gegeben sei und zum anderen technische Gegebenheiten wie eine zu geringe Deckenhöhe die Ansprüche an zeitgemäßes Wohnen nicht erfüllen würden.
Ein Ortsvertreter hat auf die Gefährdung der Verkehrssicherheit durch herabfallende Dachteile beim Objekt Moorburger Elbdeich 424 hingewiesen. Die SAGA berichtet von einer Prüfung durch einen Dachdecker.
Zu Sanierungen wurde von anstehenden Fassadenarbeiten bei einigen Objekten berichtet. Die das Ortsbild belastenden Anbauten des Leergebäudes Moorburger Elbdeich 143 würden aktuell entfernt. Der Wunsch nach Fenstersanierung in den Mietobjekten des elbdeich e.V. wurde angesprochen. Die Vertreterin der SAGA berichtete hier von einem bilateralen Austausch und sieht die Angelegenheit nicht als Gegenstand des Ständigen Gesprächskreises an. Ein Ortsvertreter verwies hier auf die Bedeutung der Mieterin für die soziale Infrastruktur. Die Vertreterin der SAGA berichtete, dass eine erste Kostenkalkulation für Fenster und Dach einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag ergeben hat. Bei dieser Investitionssumme seien Gremienentscheidungen bei der SAGA außerhalb des Wirkens der örtlichen Vertreter erforderlich. Der Vorgang würde nicht schnell erledigt sein.
Den anwesenden Vertretern der SAGA wurden durch Teilnehmer des Ständigen Gesprächskreis Anbieter für Dachfenster benannt, diese werden an die Gewerberaumabteilung, die den Wasserturm als Gewerbeobjekt betreut, weitergeleitet.
Ein Bürger, der sich offenbar um die Vermittlung für die gastronomische Nutzung des Wasserturms bemüht, hat den Wunsch nach einem Hochglanz-Exposee‘ geäußert.
TOP 7 AK Infrastruktur
Auf Bitten aus der Ortsvertreterschaft wurde ein Schnitt der Straßenbäume vorgenommen. Aus der Bevölkerung wurde die Installierung von Gummieinlagen im Schienenstrang der Hafenbahn auf den Fahrradwegen auf der Moorburger Straße gewünscht. Diese würden Fahrradstürze an den Gleisen verhindern.
TOP 8 Bezirksamt Harburg
Die Frage nach der Verwaldung der Moorflächen im Südosten Moorburgs im Bereich der geplanten A-26-Ost-Trasse aus den 2 vorigen Sitzungen wurde vom Regionalbeauftragten Süderelbe beantwortet. Die Fläche befindet sich nicht in der Verantwortung des Bezirks, sondern gehört zum Allgemeinen Grundvermögen der FHH (AGV). Vereinzelt existieren auch noch Grundstücke im Eigentum von Privatpersonen. Ein Großteil der Fläche wird gemäß Planung zukünftig von der A 26 Ost überbaut. Hierfür wird es einen landschaftspflegerischen Begleitplan geben, der von der DEGES umgesetzt wird. Im Rahmen dieses Plans soll der Gehölzaufwuchs unterdrückt werden. Für diese Umsetzung ist jeweils ein Drittel der Fläche pro Jahr als Maßnahme vorgesehen. Insbesondere soll das Grabensystem erhalten bleiben. Zu der von einem Ortsvertreter geäußerten Kritik der übermäßigen Verwaldung wurden Luftaufnahmen der Jahre 2019 bis 2023 geprüft. Es wurde festgestellt, dass sich die Vegetation nur langsam verändert habe. Auf die Frage nach den schwarzen Kunststofffolien auf der Fläche wurde geantwortet, dass es sich um Krötenzäune handeln würde, die im Rahmen eines Nabu-Projekts aufgestellt wurden.
Auf Wunsch der Ortsvertreter wurde die Bukea zu Themen um Deichmahd und Moore eingeladen. Die Bukea hat ihre Teilnahme abgesagt.
TOP 9 Themen nächste Sitzung
Keine besonderen Nennungen.
TOP 10 Verabschiedung
Es wurde nach den Feierlichkeiten zur 650-Jahr-Feier gefragt. Eine Einladung an alle Teilnehmer des Ständigen Gesprächskreises wurde ausgesprochen. Ebenso wurde Im Nachgang zum Neujahrsempfang auf die Möglichkeit der Teilnahme aller Mitglieder dieser jährlichen Veranstaltung hingewiesen.
Der Vertreter der CDU in der Bezirksversammlung berichtete von einer Initiative, das Fährliniennetz vom Harburger Binnenhafen zur Innenstadt zu reaktivieren mit einer Anlegerstelle in Moorburg.
Zum öffentlichen Busverkehr wurde von Ortsvertreterseite der Lückenschluss zwischen den Buslinien in das Altenwerder Gebiet von Wilhelmsburg aus kommend mit den Buslinien nach Harburg/Neugraben/Altona durch eine Weiterführung über die Kreuzung zur Hohenwischer Kehre angeregt. Ein reger Fußgängerverkehr von der Endhaltestelle Altenwerder zur 500 m entfernten Kreuzungshaltestelle kann wahrgenommen werden.
Der Vertreter der Grünen empfiehlt, den Status Moorburgs und Hohenwischs als Hafenentwicklungsgebiet im Rahmen der Neukonstituierung der Bürgerschaft infrage zu stellen.
TOP 11 Nächster Termin
20. Mai 2025